Der Loire entlang im Sommer 2010


12. Juli: Sempach Station – Nevers
Um 08.01 Uhr besteigen wir mit unsern vollbepackten Velos den Zug in Sempach Neuenkirch. Bereits in Sursee heisst es, in den Schnellzug nach Genf umsteigen. Die erste Überraschung erleben wir in Fribourg. Da steht doch unsere Nachbarin Mimi mit einer Freundin und sehr viel Gepäck auf dem Perron. Peter spricht sie an um beim Einlad zu helfen. Zuerst erkennt Mimi ihn gar nicht. Gemeinsam wird das schwere Gepäck im Abteil verstaut. Die beiden Frauen sind auf dem Weg in den Kongo, nach Kinshasa. Sie werden dort während dreier Wochen Primarlehrern Weiterbildung in Französisch, Methodik und Didaktik geben.
Wir steigen in Genf aus. Unser erster Gang geht zum französischen Bahnhof, um die Fahrkarten nach Nevers zu kaufen und nachzusehen, ob wir nicht eine frühere und schnellere Verbindung hätten. Wir stellen fest, dass wir unsere Fahrkarten am SBB Schalter lösen müssen, und dass ein schnellerer Zug keine Velos mitnimmt. Also heisst es warten. Wir fahren mit den Velos an den See, um zu picknicken. Anschliessend fahren wir an den Bahnhof. Da hat es ein schattiges Cafe. Frühzeitig gehen wir über den Zoll und warten auf den Zug.
Um 13.58 Uhr, also nach 3 Stunden Wartezeit, fährt unser Zug nach Lyon ab. Während der Fahrt wird es draussen immer dunkler und dunkler. In Lyon treffen wir um 15.50 Uhr ein. Es weht ein starker Wind. Aber es ist immer noch sehr warm. Unser nächster Zug fährt um 16.22 Uhr weiter. Er ist nicht mehr so modern, aber auch komfortabel. Etwa 30 Minuten nach der Abfahrt stellen wir fest, dass es regnet. Es ist immer noch sehr grau und dunkel. Wir treffen um 18.04 Uhr in Beaune ein. Da müssen wir abermals umsteigen. Der Bahnhof ist sehr veraltet, dafür ist unser Zug nach Nevers sehr modern. Jetzt fahren wir mit einer Diesellok. Unterwegs sehen wir einen wunderbaren Regenbogen. Auf einem Feld steht ein Fuchs und beobachtet den Zug.
Die Landschaft zwischen Genf und Nevers ist zuerst sehr offen und weit mit riesigen Getreide- und Sonnenblumenfeldern. Später wird sie kleinräumiger, mit Weiden, auf denen fast weisse Kühe mit ihren Kälbern grasen.
Um 20.32 Uhr treffen wir in Nevers ein. Unser vorreserviertes Comfort-Hotel ist gleich beim Bahnhof. Das Zimmer ist zwar klein, aber gut und sauber. Nach dem Duschen geht’s zum Essen. Beim Türken isst Peter einen Kebab mit Pommes. Dazu gibt’s Wein. Nachher machen wir noch einen Rundgang durch das Zentrum und gehen zu einem Schlummertrunk.

13. Juli 2010: Nevers – La Charité-sur-Loire – Sancerre – Bonny-sur-Loire
Nach dem Frühstück und dem Packen geht’s aufs Velo. Der Himmel ist blau mit weissen und grauen Schleierwolken. Zuerst fahren wir in Richtung Flugplatz und daran vorbei. Schon bald geht es über die Loire. Einige Male müssen wir uns auf der Karte orientieren. Aber wir finden den Einstieg in den Veloweg sehr gut. Der ist hier ganz neu erstellt. Es hat nur wenige Streckenteile mit Schlaglöchern. Wir kommen sehr gut voran. Meistens ist uns Petrus gut gesinnt, und der Wind kommt von hinten oder wenigstens seitlich. Unser Highlight des Tages ist ein Goldfasanmännchen, das fliegend unsern Weg kreuzt. Wir sehen auch Eichhörnchen und hören verschiedene Vögel, die wir zum Teil bestimmen können.
Bei Charité-sur-Loire treffen wir ein Ehepaar aus Avignon. Da können wir Französisch üben. Bei der Schleuse in Bannay unterhält sich Peter mit dem Schleusenwart und lässt sich alles genau erklären. Die Schleuse ist ganz von Hand betrieben. Wir fahren nun einen Kanal entlang, der „beschifft“ ist. Auf einem Rastplatz essen wir unsere Früchteresten. Es ist heiss und das Trinkwasser wird etwas knapp. Wir fahren weiter in der Hoffnung, ein Bistro oder etwas dergleichen im nächsten Dorf zu finden. Die Dörfer sind aber wie ausgestorben. Beim Atomkraftwerk geht Peter in ein Naturschutzcenter. Hier können wir unsere Flaschen mit kaltem Wasser füllen. Nachher geht es noch 15 Kilometer weiter. Wir finden unterwegs noch eine Bar und trinken einen Kaffee und eisgekühltes Wasser. Vor Bonny-sur-Loire überqueren wir die Loire und fahren ins Städtli. Wir finden im Hotel des Voyageurs ein Zimmer für 40 Euro.
Nach dem Duschen gehen wir zum Einkaufen für den nächsten Tag und zu einem Apéro auf den Hauptplatz. Das Nachtessen nehmen wir in unserem Hotel ein. Es ist das zweite Highlight dieses Tages: Zuerst ein Amuse Bouche, dann als Vorspeise einen Linsensalat mit ganz fein geschnittenen Karotten, Tomaten an einer scharfen Senfsauce mit Rohschinken, Tomätli, Frischkäse und getrocknetem Ziegenfleisch garniert. Zum Hauptgang gibt es ein Schweinsfilet geschnitten, an reduzierter Rotweinsauce auf gestampften Kartoffeln mit Karotten in Kreuzkümmel gegart. Dazu gibt es noch ein Dessert. Peter wählt einen Pfefferminzpudding. Das ganze wird sehr schön und vornehm serviert und kostet ganze 19 Euro.
Wir sind heute rund 90 Kilometer gefahren und 5 Stunden auf dem Velo gesessen.

14. Juli: Bonny-sur-Loire – Briare – Gien – St-Gondon – Sully-sur-Loire – St-Père-sur-Loire
Wir haben beide gut geschlafen. Nach einem feinen Zmorge und Plaudern mit einer belgischen Männerradgruppe, die mit einem Begleitbus nach Lourdes unterwegs ist, machen auch wir uns bereit und fahren los. Wir fahren auf sehr schönen, romantischen Radwegen der Loire entlang. In Briare fahren wir über eine Kanalbrücke. Leider fährt gerade kein Boot darüber. Die Brücke wurde 1890 -1894 gebaut.
Wir überqueren mit dem Kanal die Loire. Am andern Ufer finden wir den Radweg nicht. Also fahren wir den Kanal entlang, über den Kanal und dann auf den Höhenzug. Oben angekommen finden wir auch keinen Radwegwegweiser. Also einfach nordwärts. Wir kommen wieder ins Tal und sehr bald nach Gien. Hier können wir zuschauen, wie das Feuerwerk für den Abend (14. Juli, Französischer Nationalfeiertag) vorbereitet wird. Wir fahren weiter auf einer Landstrasse, die unterschiedlich Verkehr hat und immer rauf und runter geht. Aber der Wind ist uns hold. Er kommt meistens von hinten. So können wir zwischen 20 und 24 km/h fahren. In St-Gondon lesen wir, dass die Festivität zum 14. Juli nicht im Freien stattfindet, sondern in den Gemeindesaal verlegt wird. Der Grund sind schwere Unwetter, die angesagt sind. Kurz nach 12 Uhr fahren wir in Sully-sur-Loire ein. Im Angesicht des Schlosses nehmen wir unser Mittagessen ein. Nachher schauen wir das Schloss noch näher an. Bereits jetzt beginnt es zu stürmen, und der Himmel wird immer dunkler. Wir treffen auf eine österreichische Radfahrergruppe, die mit einem Car mit Veloanhänger unterwegs ist.
Wir fahren über die Loirebrücke nach St-Père-sur-Loire. In der Zwischenzeit ist der Himmel ganz schwarz und der Wind hat sich noch verstärkt. Wir beschliessen, in St.-Père-sur-Loire ein Zimmer zu suchen. Wir finden es im Schlosshotel für 48 Euro. Das Zimmer ist etwa gleich gross wie die letzten zwei. Kaum haben wir die Velos in der Garage und unser Gepäck im Zimmer, beginnt es zu regnen. Dieser Regen mit Sturm dauert etwa zwei Stunden. Wir sind froh, dass wir richtig und schnell entschieden haben. Bis zum nächsten Dorf wären es etwa sieben km gewesen. Das wäre nicht ohne Nässe abgegangen.
Nach dem Regen machen wir eine kleine Wanderung durch den Schlosspark von Sully, schauen uns Sully etwas an und gehen später essen. Peter isst eine traditionelle Wurst, die ihm aber nicht besonders schmeckt. Wir sind etwas enttäuscht, dass es zum Nationalfeiertag kein Feuerwerk gibt.
Wir sind heute rund 55 km gefahren und dreieinviertel Stunden auf dem Velo gesessen.


15. Juli: St-Père-sur-Loire – Orléans – Beaugency
Wir haben sehr gut geschlafen und bekommen unser Frühstück früher als die letzten zwei Tage. Der Himmel ist wieder blau mit Wolken. Ich glaube, heute erwartet uns Gegenwind.
Grosse Überraschung!!! bei den Velos: Mein Vorderrad hat einen Platten. Also, Peter, das heisst flicken. Wir finden drei kleine Scherben im Pneu. Das Flicken geht sehr gut und schnell. Nachher geht’s ab aufs Velo. Zuerst kommen wir ganz zügig voran, denn der Wind bläst seitlich von hinten. Nach einiger Zeit ändert es sich aber. Der Wind kommt meistens von vorne. Wir begegnen diesen Morgen einem Hasen und können Schafstelzen beobachten.
Der Gegenwind begleitet uns nun den ganzen Tag. Wenn wir so richtig im Wind fahren, zeigt der Kilometerzähler gerade so etwa 14 an. Am Mittag sind wir aber trotzdem in Orléans (56 km) angekommen. Hier besichtigen wir die Kathedrale. Der Platz rund herum wird umgebaut, und es herrscht ein Durcheinander und Platznot. Am Ufer der Loire nehmen wir unser Mittagessen ein. Im Gegenwind geht’s weiter. Über St-Hilaire und Meung-sur-Loire erreichen wir Beaugency. Hier finden wir schnell ein Zimmer für 58 Euro im Hotel de la Sologne.
Frisch geduscht gehen wir ins Städtli, um unseren Durst zu stillen. Wir suchen uns ein Restaurant zum Nachtessen. Zuerst machen wir aber noch einen Spaziergang auf die Brücke und der Loire entlang. Heute isst auch Peter Salat. Nachher gibt’s noch ein Bier und Wein, bevor wir schlafen gehen.
Wir sind heute 86.5 km gefahren und fünfeinhalb Stunden auf dem Velo gesessen.

16. Juli: Beaugency – St-Dyé-sur-Loire – Château de Chambord – Blois – Monteaux
Nach einer ruhigen Nacht und einem feinen Frühstück fahren wir los. Nach etwa zwei Kilometern merkt Peter, dass er sein Velotäschli vor dem Hotel hat liegen lassen. Er fährt zurück und ich warte. Er hat Glück. Ein Angestellter des Hotels hat es gefunden. Also können wir weiter fahren. Wir haben zum Teil bereits wieder Gegenwind, kommen aber trotzdem recht gut voran. In St-Dyé möchten wir die Kathedrale anschauen. Sie wird aber renoviert und ist darum geschlossen. Also geht’s weiter nach Chambord. Aber wir verpassen die richtige Abzweigung und landen in Montlivault. Mit Hilfe der Karte finden wir mit zehn km Umweg das Château trotzdem noch. Das Château de Chambord ist grossartig. Es ist das grösste Loireschloss, in Staatsbesitz und steht dem Präsidenten zum Ferienmachen und Jagen zur Verfügung. Wir schauen uns die Anlage von aussen an und fahren dann weiter in Richtung Blois. Die Stadt betrachten wir nun vom andern Loireufer aus und essen dazu unser Zmittag, das wir bei unserem Umweg an einem Bauernstand eingekauft haben. Die flachen Pfirsiche und die Aprikosen schmecken ausgezeichnet.
Es soll noch jemand sagen, den Flüssen entlang sei alles flach. Auch heute geht es immer wieder auf und ab, und das bei Gegenwind. In Candé-sur-Beuvron gehen wir in einer kleinen, etwas verlotterten Bar einen Kaffee und kaltes Wasser trinken. Nachher geht’s durch den Bois Brûlé. Unser Ziel ist Chaumont-sur-Loire, ein nächstes Schloss. Wir fahren von der Anhöhe steil ins Dorf hinunter. Zuerst suchen wir ein Hotel. Wir finden zwar eines, das ist aber wegen Renovation geschlossen. Wir beraten miteinander und lassen uns noch von zwei Einheimischen beraten, bekommen aber von ihnen unterschiedliche Ratschläge. Also beschliessen wir, über die Brücke nach Onzain zu fahren. Hier finden wir zwei Hotels. Auf jeder Seite der Bahnlinie eines. Beide sind geschlossen ohne Information, und es ist niemand zu finden. Wir beraten und beschliessen, auf dieser Seite der Loire weiter zu fahren. In Monteaux sehen wir ein grünes Schild mit der Bezeichnung Gîtes Chambres d’hôtes. Peter geht nachfragen. Gleichzeitig beginnt es zu regnen. Das Zimmer ist eigentlich vergeben, aber wir bekommen ein Zimmer ohne Dusche, nur mit einem WC auf dem Gang. Wenn wir schnell machen, können wir im andern Zimmer duschen. Wir steigen darauf ein und gehen uns schnell duschen, damit Jacqueline, die Frau des Besitzers, die Dusche für die andern Gäste wieder herrichten kann. Unser „Hotel“ für diese Nacht heisst „La Colombe“. Peter kann da essen und für mich gehen wir im Dörfli eine Melone kaufen. In einer kleinen Bar gehen wir noch zu unserem ersten Apéro an diesem Tag. Es regnet bereits nicht mehr. Mal sehen, was es zum Znacht gibt. Wir besichtigen mit dem Chef des Hauses seine Taubenzucht. Er hat 250 Tauben und eine schönen Garten, den er mit Elektrozaun vor den Rehen schützen muss. Mit den Tauben geht er an Ausstellungen, er selber ist auch Preisrichter. Bevor die andern Gäste kommen, telefonieren sie. Monsieur muss feststellen, dass sie nicht zu zweit, sondern zu viert kommen. Jetzt hat er ein Problem, denn das zweite Zimmer haben ja wir. Aber er meistert es sehr gut und legt einfach in das andere Zimmer noch zwei Matratzen auf den Boden. Die Gäste treffen ein. Es sind Grosseltern mit zwei Nichten, die etwa 25 und 16 Jahre alt sind. Die Grossmutter ärgert sich zuerst sehr stark, beruhigt sich dann aber, und alles ist in Butter. Der Grossvater spricht nur ganz leise und fast nichts. Er ist auch gehbehindert. Ich glaube, dass er einen Schlaganfall hatte. Die Grossmutter betreut ihn jede Sekunde.
Zum Essen gibt es Brötli mit Entenleberpaste, Macédoine de Légumes in Schinken gerollt (russischer Salat), Tauben auf Gemüse (Karotten und Erbsen aus dem Garten plus eine Büchse Erbsen), Ziegenkäse und Rhabarberkuchen. Dazu gibt es zu jedem Gang einen besonderen Wein. Wir trinken weissen, rosé und roten Wein.
Wir sind heute 89 km gefahren und rund 6 Stunden auf dem Velo gesessen.

17. Juli: Monteaux – Amboise – Tours – Villandry – Langeais
Nach dem spannenden Abend mit dem feinen Nachtessen schlafen wir sehr gut. Um 07.30 Uhr gibt es für alle Frühstück. Das ist auch wieder speziell und vielfältig. Neben verschiedenen Broten gibt es Butter, Akazienhonig, Melonen-, Rhabarber-, Himbeer-, Kirschen-, Zwetschgenkonfi und Käse, dazu Milch, Kaffee und frische gelbrote Kirschen. Nach dem Frühstück bezahlen wir unsere Rechnung: 40 Euro für das Zimmer mit Frühstück und 22 Euro für das Nachtessen mit allem Wein. Wir verabschieden uns und fahren los. Bis Amboise fahren wir auf der Autostrasse. Dabei kommen wir am Gänsemast-Betrieb vorbei, wo die Gänseleber produziert wird, die Peter gestern gegessen hat.
Amboise, auf der andern Seite der Loire, ist sehr touristisch und hat natürlich auch ein Schloss. Wir machen einen kurzen Film- und Fotohalt. Nachher suchen wir den Ausgang aus der Stadt. Wieder mal geht es steil den Hügel hoch. Da gesellt sich ein kanadisches Paar zu uns, das ebenfalls den Weg sucht. Gemeinsam finden wir die Ausfahrt. Es geht weiter auf und ab durch ein Weingebiet. In Montlouis kommen wir wieder an die Loire hinunter. Hier sind viele Häuser und Weinkeller in die Felswand hinein gebaut. Am Flussufer beobachten wir Seidenreiher und Sternes (Flussseeschwalben). In Tours besichtigen wir die Kathedrale und essen vor dieser Kathedrale unser Mittagessen. Die Ausfahrt aus Tours finden wir sehr gut. Nach einigen Kurven geht es gerade aus auf eine Allee. Bei den Freizeitanlagen geht es rechts weg. Beim Golfplatz gehen wir einen Kaffee trinken. Nachher geht’s unter der Autobahn durch an den Fluss Cher. Da fahren wir auf dem Damm bis zum Château de Villandry. Beim Château stellen wir unsere Velos ab und machen eine Schlossparkbesichtigung für 6 Euro die Person. Diese Gartenanlage ist sensationell, siehe Fotos! Nachher fahren wir im flotten Tempo nach Langeais, unserem Tagesziel. Heute hatten wir nicht viel Gegenwind. Das Wetter war am Morgen sehr grau und kühl, wurde aber im Laufe des Tages immer besser. In Langeais finden wir sehr schnell ein Zimmer im Hotel Errard für 68 Euro. Das Hotel sieht sehr alt aus. Das Treppenhaus hat viele Ecken und Abzweigungen. Wie immer machen wir nach dem Duschen einen Rundgang durch die Stadt und genehmigen uns den ersten Apéro. In der Crêperie beim Schloss nehmen wir unser Nachtessen ein. Peter isst eine Galette und zum Dessert eine Crêpe Suzette. Nach dem Kaffee geht ins Hotel zum Schlafen.
Wir sind heute 78 km gefahren und viereinviertel Stunden auf dem Velo gesessen.


18. Juli: Langeais – Château d’Ussé – Candes-St-Martin – Turquant – Saumur
Nach einem Tag Velo fahren schläft es sich einfach gut. Das Frühstück ist hier ganz besonders. Es gibt: ein Gipfeli, vier kleine dunkle Brötli, ein Brioche, drei verschiedene Konfis, Butter, drei Erdbeeren, zwei Meringues, Vanillecreme, frisch gepressten Orangensaft, Milch und Kaffee. Für das Hotel bezahlen wir 69 Euro und für das grosse Frühstück von Peter 12 Euro und für meine Getränke 5 Euro.
Heute Morgen ist der Himmel ganz blau. Auf dem Platz vor unserem Zimmer wird ein Markt aufgebaut. Wie ich‘s aber sehe, werden nur Kleider verkauft. Wir packen unsere Velos und gehen auf den Markt einen Früchtestand suchen, den wir dann auch finden. Also können wir unser Mittagessen bei den Bauern günstig einkaufen. Wir fahren los. Unser erstes Ziel ist das Dornröschenschloss in Ussé. Wir erreichen es nach 16 km Fahrt. Für 13 Euros pro Person dürfen wir zur Besichtigung. Zuerst gehen wir in die Kapelle, dann in den Keller. Hier ist beschrieben, wie der Wein hergestellt wurde. Der Keller ist in der Felswand hinter dem Schloss. Die Steine, die ausgebrochen wurden, verwendete man für den Bau des Schlosses. Darauf besichtigen wir den Turm. Hier ist das Märchen Dornröschen mit lebensgrossen Figuren hinter Glasscheiben dargestellt. Nachher können wir auch noch durch den Estrich laufen, hier hat es allerlei Gerümpel aus alter Zeit. Zudem können wir verschieden Zimmer des Schlosses besichtigen. Wieder draussen, stellen wir fest, dass es heute sicher ziemlich heiss werden wird. Zum Glück führt unser Weg durch den Wald weiter. Es ist ein richtiger Märchenwald, der zum Schloss passt. Unser Mittagessen nehmen wir auf dem Kirchenplatz von Savigny zu uns. Die Melone, die Aprikosen und die Kirschen schmecken ausgezeichnet. Wir fahren weiter zwischen Sonnenblumenfeldern durch und sehen eines der Atomkraftwerke Frankreichs. Unser nächstes Ziel ist die Kirche von Candes-St-Martin. Hier besuchen wir die Kirche des heiligen Martin. Nachher steigen wir zu Fuss auf den angepriesenen Aussichtspunkt hinauf. Da sind wir etwa 80 Meter über der Loire. Wir geniessen eine wunderbare Aussicht. Nach dem Hinuntersteigen geht’s weiter. Kurz nach einem Aufstieg im nächsten Dorf, in Montsoreau, machen wir einen Halt. Es ist sehr heiss und wir haben kaltes Wasser nötig und Peter natürlich ein Eis. Wir geniessen in diesem Restaurant einen schönen Blick auf die Loire und das Château. Nachher geht es wieder hinunter und weiter der Loire entlang. Bei Turqant schieben wir unsere vollgepackten Velos eine 18%-Steigung wieder auf die 80 Meter hoch. Am Weg hat es Häuser, die ganz in den Felsen gebaut sind. Oben angekommen, stehen wir auf einer neuen Aussichtsplattform neben einer Kapelle, die renoviert wird. Kurz nachher haben wir die Wahl, weiter hoch in die Rebberge zu steigen, oder wieder runter an die Loire. Wir beschliessen, in den Rebbergen zu bleiben und nochmals etwas hoch zu trampen oder zu schieben. Es geht immer wieder runter in eine Stoppstrasse und dann sofort wieder steil hoch. Das ist natürlich mühsam. Die Sonne brennt unbarmherzig vom Himmel, und Schatten ist weit und breit nicht in Sicht. Unsere Erlösung ist das Stadtschild von Saumur. Wir kommen am Spital vorbei. Da steigt es ein letztes Mal, dann geht es nur noch runter. Beim Schloss machen wir einen kurzen Halt. Nachher geht’s weiter rasant in die Stadt hinunter. Beim ersten Zwei-Sterne-Hotel, das uns begegnet, bekommen wir ein Zimmer für 48 Euro und das Frühstück für 7 Euro. Nach dem Duschen geht’s ins Zentrum zu einem Apéro. Wir suchen uns ein Restaurant für das Nachtessen aus. Saumur ist eine recht grosse Stadt mit vielen Touristen. Für Peter gibt es heute einen Salat mit Ziegenkäse in Paniermehl gebacken. Ich bekomme einen Salatteller mit Tomaten, grünem Salat, Peperoni, Weinbeeren und Trübeli, auch sehr gut. Dazu trinken wir Roséwein und Wasser, nachher einen Kaffee. Zum Abschluss des Tages geht’s noch auf die Place St. Pierre zu einem weiteren Glas Rosé.
Wir sind 59 km gefahren und dreieinhalb Stunden auf dem Velo gesessen.


19. Juli: Saumur – Gennes – Le Thoureil – St-Mathurin-sur-Loire – Chalonnes-sur-Loire
Das Frühstück schmeckt. Nach dem Beladen der Velos geht‘s noch auf die Post, zum Briefmarken kaufen, damit wir mit dem Karten schreiben beginnen können. Nachher fahren wir aus der Stadt hinaus. Wir kommen sehr gut voran. Es geht aber, wie die letzten Tage, nicht einfach gerade aus, sondern in die Rebberge hoch und wieder an die Loire hinunter. In Gennes verpassen wir den richtigen Weg, kommen wieder auf die Ebene über der Loire und fahren in die falsche Richtung. Wir fahren von der Loire weg. Mit Sonnenstand und Phantasie finden wir wieder an die Loire, auf die wir in Le Thoureil treffen. Wir sind sicher so sechs bis acht km zu weit gefahren, aber es hätte auch schlimmer sein können. Ab da geht’s weiter, alles der Loire entlang, über die Loire, den Nebenflüssen entlang. Wir fahren an Gemüse- und Blumenfeldern vorbei, (Spargeln, Zwiebeln, Lauch, Süssmais, Astern, Dahlien…) bis nach La Daguenière. Hier gehen wir in einer Bar einen Kaffee und kaltes Wasser trinken. Nachher suchen wir uns einen schattigen Platz zum Mittagessen, denn in der Zwischenzeit ist es recht heiss geworden. Gestärkt geht es weiter, alles dem Wasser entlang, zum Teil im Schatten, aber auch an der Sonne, bis nach Bouchemaine. Hier wäre die Abzweigung nach Angers. Aber wir lassen diese Stadt rechts liegen und fahren weiter. Zuerst geht es der Loire entlang, dann unter der Bahn durch und recht steil in die Rebberge hinauf. Das heisst für mich wieder einmal etwas schieben. Ich bin aber nicht die einzige. Ein Ehepaar mit je einem alten Anhänger am Velo ist auch am Schieben. Ich überhole die Frau noch beim Fahren. Mit dem Mann komme ich fast gleichzeitig schiebend oben an. Er stellt sein Velo ab und läuft zu seiner Frau zurück, um ihr das Velo abzunehmen. Vorher stellt er aber fest, dass Peter weiter fährt und mir nicht helfen kommt. Er findet das nicht sehr galant. Mein Kommentar ist: „Selbst ist die Frau!“ Von nun an geht’s rauf und runter, bei Savennières wieder steil hoch. Weil die Steigung aber nicht sehr lang ist, muss ich nicht schieben. Bei der Kirche gehen wir einen Kaffee und das obligate kalte Wasser trinken. Die beiden mit dem Veloanhänger aus dem letzten Jahrhundert sind wieder am Schieben. Wieder geht der Mann und nimmt seiner Frau das Velo ab und schiebt es hoch. Als sie an uns vorbei fahren, rühmt Peter ihn als Gentleman. Gestärkt und wieder etwas herunter gekühlt geht es weiter auf und ab und dann endgültig an die Loire hinunter. Wir beschliessen, in Chalonnes-sur-Loire zu übernachten. Da das nicht am Veloweg liegt, fahren wir nach der ersten Brücke weiter über die zweite und die dritte. Wir suchen ein Hotel, finden aber kein angeschriebenes Haus. Eine ältere Frau macht uns auf ein Gîtes aufmerksam. So landen wir bei Madame Chantal Besnard. Wir bekommen ein tolles Zimmer auf dem Dachboden des Unterstandes für 54 Euro mit dem Frühstück. Beim Apéro im Städtchen stellen wir fest, dass der Lastwagenverkehr hier ausserordentlich gross ist. Hier muss eine wichtige Kreuzung sein. Wir laufen noch etwas herum, finden aber nichts besonders Sehenswertes. Das einzige, was es hat, ist viel Verkehr mit Stau auf der Brücke. Am Loire-Ufer ist es aber schön. Wir besuchen das einzige offene Restaurant. Es ist eine Pizzeria. Nachher gehen wir früh schlafen.
Wir sind 81 km gefahren und fast 5 Stunden auf dem Velo gesessen.

20. Juli: Chalonnes-sur-Loire – St-Florent-le-Vieil – Ancenis – Champtoceaux – Nantes
Wir bekommen ein tolles Zmorge, das aus Milchkaffe, drei Konfis, Butter, selbstgemachtem Joghurt, Jus, Milchreis, Küechli, gedörrten Apfelringen, Kirschen, Aprikosen und zwei verschiedenen Broten besteht. Nach dem Packen und der Verabschiedung vom Ehepaar Besnard gehen wir auf den Markt, der gerade vor der Haustüre unserer Unterkunft stattfindet. Wir kaufen unser Mittagessen ein und Peter sein Znüni, das natürlich aus Crevetten, frisch vom Fischer, besteht. Nachher geht’s los: Über die Brücke, dann die zweite Abzweigung links. Wir fahren einige Kilometer auf einer Insel. Wunderbar! Nach etwas mehr als 12 Kilometern treffen wir auf ein Schweizer Ehepaar aus dem Toggenburg. Sie stammt aus dem Seetal, aus Ballwil. Natürlich wird geschwatzt und Erfahrungen ausgetauscht. Kurz nach St-Florent-le-Vieil setzen wir uns an der Loire auf eine Bank. Peter muss seine 17 Crevetten, die er für zwei Euro gekauft hat, essen. Nachher geht’s weiter, durch die schöne Landschaft mit Mohn, Kamille, Viehweiden und Kiebitzen. Wir müssen einige Male einfach vom Velo steigen und staunen. Zudem machen wir an einer Befragung über den Loire-Radweg mit und bekommen Leuchtwesten geschenkt. Bei Ancenis fahren wir über die Brücke, die Anjou und die Bretagne trennt. Im Park am Loireufer essen wir Melone, Kirschen und Aprikosen. Nachher geht’s auf dem rechten Ufer weiter, teilweise dem Bahngeleise entlang. Wir sehen mehrmals einen TGV vorbeisausen und fragen uns, ob er vielleicht ab La Baule fährt. Bei Oudon überqueren wir die Loire abermals. Jetzt geht’s hoch nach Champtoceaux, um die Aussicht 70 Meter über der Loire zu geniessen. Ich schaffe es fast, bis nach oben zu fahren. Nur ganz am Schluss muss ich noch schieben. Peter hilft mir dabei. Der Aufstieg hat sich wirklich gelohnt. Die Aussicht auf das Val de Loire ist sensationell. Wir suchen einen Weg, um den Aufstieg nicht zweimal zu machen. Wir finden einen. Nach la Varenne müssen wir den Radweg suchen. Wir finden eine Strasse der Loire entlang. Peter geht auskundschaften, und ich fahre später nach. Mit sehr viel Gegenwind kommen wir zur Brücke bei Mauves-sur-Loire. Da gehen wir einen Kaffee und ein Cola trinken. Nachher geht’s wieder auf den Radweg. In Thouaré-sur-Loire wollen wir übernachten. Wir finden aber keine Unterkunft. Also wieder auf den Radweg und los in Richtung Nantes und in die Stadt hinein. Beim dritten Anlauf finden wir im B+B Hotel ein Dreierzimmer für 62 Euros. Mit Frühstück, Kurtaxe und Veloparkplatz kommt es aber auf 73 Euros. Nach dem Duschen geht’s ab in die Stadt. Hier ist wirklich viel los. Die kleinen Restaurants in den Gassen sind gut besetzt. Wir geniessen den Apéro und suchen uns ein Restaurant für das Nachtessen. Es hat eine sehr grosse Auswahl. Das Wetter ist angenehm warm und wir können draussen auf der Gasse essen. Peter isst ein Entrecôte mit Pommes und Salat und ich einen Salat. Nachher laufen wir zum Hotel zurück und trinken unterwegs noch einen Schlummertrunk. Wir müssen feststellen, dass ich mein Tagebuch beim Nachtessen liegen gelassen habe. Also geht’s nochmals runter in die Altstadt. Dort liegt es für uns bereit, und der Kellner kommt uns mit dem Buch entgegen. Nun geht’s endgültig zum Schlafen.
Wir sind 89 km gefahren und 5 Stunden 35 Minuten auf dem Velo gesessen.


21. Juli: Nantes – Port Launay – Le Pellerin – Paimboeuf – Corsept – Manoir de l`Espérance
Wir erwachen und müssen feststellen, dass es draussen sehr grau ist. Wir gehen zum Frühstück. Zurück auf dem Zimmer stellen wir fest, dass es wie aus Kübeln regnet. Wir beschliessen, noch etwas zu warten, uns auf das Bett zu legen und fern zu schauen. Um 09.30 Uhr beschliessen wir, trotz Regen zu fahren. Wir packen unsere Velos in der Garage. Es regnet nicht mehr so stark, und im Westen hellt es auf. Zuerst fahren wir zur Kathedrale, da beginnt es wieder stärker zu regnen. Also ziehen wir unsere Regenschütze an. Wir besichtigen die Kathedrale und bekommen vom Sigrist die Erklärung, dass das hier die sauberste Kathedrale Frankreichs sei, weil sie 1972 abbrannte und dann wieder aufgebaut und renoviert wurde. Wieder draussen, regnet es bereits nicht mehr so stark. Wir fahren zum Schloss und besichtigen es, aber nur von aussen. In der Zwischenzeit hat es aufgehört zu regnen, und wir können unsere Regenschütze wieder einpacken. Nun suchen wir den Weg aus der Stadt, um auf den Veloweg zu gelangen. Wir finden ihn sehr schnell und fahren etwa 12 Kilometer durch Industriegebiet. In Port Launay nehmen wir die Fähre (gratis) nach Le Pellerin. Wir lernen zwei Bernerinnen kennen, die das gleiche Ziel haben wie wir. Sie sind ebenfalls mit dem Velo unterwegs. In St. Pellerin gehen wir zuerst einen Kaffee trinken. Von hier aus telefoniert Peter mit einem chambre d‘hôtes. Scheinbar gibt es vor la Baule nur noch eine Möglichkeit zu übernachten. Weil es bis La Baule noch fast 100 Kilometer sind, wollen wir nicht die ganze Strecke machen. Das Zimmer ist reserviert, also können wir in aller Ruhe losfahren. Nach einiger Zeit kommen wir an einen Kanal, dem  wir entlang fahren. Am Ufer hat es viele Fischer. Auf einer Bank nehmen wir unser Mittagessen zu uns und schauen dem Fischer auf der andern Seite zu. Unterwegs hat es auch zwei Schleusen, die aber nicht mehr in Betrieb sind. Wir fahren mehr oder weniger immer dem Kanal entlang bis nach Paimboeuf. Hier versuchen wir in einem Handwerkermarkt einen Pneu für mein Velo zu kaufen. Aber erfolglos. Auf der andern Seite der Strasse hat es einen Super U. Aber auch hier sind wir bezüglich Velopneu erfolglos. Wir kaufen aber Studentenfutter, Nüsse, Brot und Strassburger Salat für Peter, er hat Hunger.
Wir fahren ins Zentrum von Paimboeuf. Es ist eine Industriestadt. Wir setzen uns an die Loire auf die „Bsetzisteine“, da es nichts anderes zum Sitzen gibt. Peter isst mit Genuss seinen Salat und ich esse Nüsse. Auf der Hauptstrasse mit sehr viel Verkehr geht‘s weiter nach Corsept. Wir fahren in die Ortschaft hinein, finden aber keinen Hinweis auf das Zimmer. Also zurück auf die Hauptstrasse und aus Corsept hinaus. Und richtig, etwa drei Kilometer ausserhalb des Dorfes finden wir unsere Unterkunft. Sie heisst Manoir de l‘Espérance. Das Haus mit grossem Garten liegt an der Strasse und ist weit und breit allein. Es ist sicher ein altes Landhaus, das umfunktioniert wurde. Es wird von einer Frau geführt, die auf Schritt und Tritt von ihrem Hund begleitet wird. Wir bekommen ein Zimmer, das richtig schön altmodisch ist. Es hat eine freistehende Badewanne mit Blumengemälde, ein Lavabo mit braunen Blumen, Wänden mit Blumentapeten, Falt-WC-Türe…….
Wir fühlen uns gut aufgehoben. Nach dem Duschen und etwas Ausruhen setzen wir uns in den Garten zu einem Glas Wein und zu einem Bier. Auf einer kleinen Wanderung erkunden wir die Umgebung und suchen dabei einen Weg an die Loire, aber ohne Ergebnis.
Das Nachtessen ist fertig und wir setzen uns mit den andern Gästen an den Tisch. Wir treffen da wieder auf die zwei Bernerinnen und eine französische Familie, bestehend aus drei Generationen. Zum Essen gibt es: Melone mit Rohschinken, Brot mit gesalzener Butter, Ente auf gebratenen Kartoffeln, Erbsen, Karotten und als Dessert einen Früchtekuchen. Für mich gibt es einen Salatteller, auf den Gurken hat es Pfefferminze, was sehr gut schmeckt.
Wir sind 52 km gefahren und dreieinhalb Stunden auf dem Velo gesessen.

22. Juli: Corsept – Pont de St-Nazaire – St-Marc – Pornichet – La Baule
Wir schlafen ausgezeichnet, obwohl das Bett sehr weich ist. In der Nacht hören wir zweimal, wie es regnet. Als wir um sechs Uhr aufwachen, merken wir aber, dass der Himmel schon blaue Flecken hat. Der Verkehr auf der Strasse Richtung Pont de St-Nazaire ist bereits sehr stark. Um acht Uhr gehen wir zum Frühstück. Neben dem Normalen gibt es selbstgemachte Konfi, z.B. Melone mit Pfefferminze und Aprikose mit Rosmarin und eine aufgeschnittene grosse Brioche. Anschliessend gehen wir aufs Zimmer und bepacken anschliessend die Velos, bezahlen die Rechnung und ab geht’s. Wir sind gespannt auf den Pont. Der Radweg führt uns kreuz und quer durch Kuh- und Rinderweiden. Auf einmal sehen wir die Brücke. Wir sind bereits sehr nah. Seitlich fahren wir an die Brücke heran und müssen feststellen, wie schmal der Velostreifen ist. Also, allen Mut zusammen­nehmen und starten. Ich will zuerst schieben. Peter rät mir aber zu fahren. Ich nehme allen Mut zusammen und steige aufs Velo. Ich merke, dass es wirklich besser ist zu fahren. Das „Hinaufsteissen“ geht eigentlich sehr gut, wenn die Autos und die Lastwagen nicht zu nah heran fahren. Wenn sie zu nah kommen, wirkt sich das wie ein Sog aus. Ich schaffe es fast bis nach oben. Dann schiebe ich noch den Rest. Das Herunterfahren erweist sich als weit gefährlicher. Es hat nur noch eine Spur. Darum kommen die Lastwagen und die Wohnwagen sehr nahe, und sie ziehen mich an. Wenn ich einen Lastwagen höre, steige ich ab und warte, bis er vorbei ist. Das Ziel vor Augen trete ich ganz kräftig in die Pedalen. Der Lastwagen hinter mir merkt das und überholt mich nicht. Uff, geschafft!! So komme ich zwar mit Herzklopfen, aber wohlbehalten unten an, wo Peter auf mich wartet. Diese Brücke würde ich nie mehr machen. Gegen Anmeldung könnte man übrigens das Velo auf den Bus verladen und mit dem Bus über die Brücke fahren. Wir erholen uns etwas und fahren dann weiter. Richtig markiert ist der Weg nun nicht mehr. Wir finden aber einen Weg durch das Hafengelände und die Gartenanlagen von St-Nazaire. In St-Marc treffen wir auf einen Markt. Günstig decken wir uns mit einem Kilo Aprikosen für einen Euro und zwei Melonen für 1.50 Euro ein. Zudem kaufen wir noch Nature Joghurt. Am Strand von Monsieur Hulot essen wir unser Zmittag. Wir sind am Atlantik! Nachher fahren wir weiter, immer unserem Gefühl nach. So kommen wir nach Pornichet. Da erkennen wir den Strand von La Baule aus unseren Erinnerungen wieder. Bei der richtigen Strasse zweigen wir ab und finden das vorreservierte Hotel du Bois sofort. Wir werden erwartet und sehr herzlich von Madame begrüsst. Zuerst erhalten wir einige Infos. Nachher werden wir aufs Zimmer geführt. Es ist recht gross und geräumig und gefällt uns sehr gut. Endlich können wir mal unsere Kleider auspacken, da wir ja sechs Nächte hier bleiben. Wir ziehen uns um und gehen an den Strand. Die Sonne scheint. Eigentlich wäre es sehr warm, wenn nicht ein so starker Wind wehen würde. Es hat nicht sehr viele Menschen am Strand. Die Wellen sind recht hoch. Peter, der vom Meer zurückkommt, sagt, das Wasser sei kalt. Neu gibt es nun tolle Duschen. Wir legen uns in den Sand und geniessen das Meeresgeräusch, die Wärme und den Meeresduft. Später schlendern wir durch La Baule zurück ins Hotel, natürlich mit einem Apéro unterwegs.
Im Hotel wird geduscht und sich etwas erholt. Nachher ziehen wir uns für den Ausgang an. Wir gehen zurück an die Promenade und ins Zentrum. Auf einem kleinen Platz trinken wir nochmal ein Glas Wein. Nachher geht’s auf die Suche nach einem Restaurant zum Essen. Peter sieht auf einem Plakat ein tolles Angebot: Moules a la marinière mit frites für 9 Euro. Also hinein. Im Garten bekommen wir einen Tisch. Für mich gibt’s Salat. Dazu trinken wir cidre brut. Es schmeckt ausgezeichnet. Gemütlich spazieren wir am Bahnhof vorbei ins Hotel zurück und gehen schlafen.
Wir sind 43 km gefahren und knapp 3 Stunden auf dem Velo gesessen.

23. Juli: La Baule
Wir haben beide gut geschlafen, nur die Hüftknochen tun etwas weh. Ich muss mich wohl noch etwas an das Bett gewöhnen. Nach einem feinen „normalen“ Frühstück machen wir uns bereit. Wir gehen am Morgen durch verschiedene Bradreries (Marktstände mit stark heruntergesetzten Markenartikeln), vor allem mit Kleidern. Ausser einem Pilzmesser kaufen wir aber nichts. Wir begeben uns zum Bahnhof. Da kaufen wir ohne grosse Mühe eine Fahrkarte für uns und die Velos für den TGV um 10.05 Uhr nach Paris. Wir haben in Paris sogar mehr Zeit zum Umsteigen, als wenn wir den Zug um 06.00 Uhr nehmen würden.
Unser Mittagessen besteht aus einer Melone und Aprikosen, die wir auf einer Bank an der Promenade einnehmen. Wir trinken in einem Strand-Restaurant einen cidre. Peter geht noch eine Runde schwimmen, was natürlich nie ausgelassen werden darf. Ich setze mich in den Sand und geniesse das Meer. Am Nachmittag marschieren wir dem Strand entlang nach le Pouliguen, das durch einen Fluss von La Baule getrennt ist. Bei 24 Grad und recht viel Wind setzen wir uns an die Sonne. Peter isst eine Glace. Mit der Motorfähre fahren wir für 0.65 Euro über den Fluss zurück nach La Baule. Nachher geht’s wieder zu Fuss dem Meer entlang. Nach dem Casino schwenken wir in die Einkaufsstrasse ab. Hier wir auf einer Bühne Jazz-Musik gespielt. Wir hören etwas zu und gehen dann weiter quer durch die Stadt zum Hotel zurück zum Duschen und frisch machen für den Abend.
Wir beschliessen, im Quartier zu essen, da wir ja heute schon viel gelaufen sind. Also, auf die Suche nach einem feinem Restaurant. Die Frage ist ja: Wonach hat Peter Lust? In einer Seitengasse finden wir eine Crêperie. Peter isst eine Crêpe mit Roquefort und ich einen Salat. Dazu trinken wir natürlich cidre. Nach dem Essen und dem Bezahlen stellen wir fest, dass die beiden jungen Bernerinnen im selben Restaurant gegessen haben. Wir trinken mit ihnen noch ein Glas Wein und tauschen unsere Erfahrungen aus. Sie fahren morgen nach Hause und müssen ihre ausgeliehenen Räder in St-Nazaire abgeben, aber nicht aus dieser Seite der Brücke, sie müssen also nochmals darüber!! Wir wünschen ihnen viel Glück dabei und verabschieden uns nach 23 Uhr von ihnen. Wir gehen schlafen. So spät war es auf der ganzen Veloreise noch nie.
Wir waren heute etwa 3 Stunden zu Fuss unterwegs.


24. Juli: La Baule – Le Pouliguen – Batz-sur-Mer – Le Croisic – Marais salants – La Baule
Wir haben gut geschlafen. Nach dem üblichen Morgenritual und der Veloweg-Beratung durch den Chef des Hauses machen wir uns bereit zum Velofahren. Wir fahren dem Strand entlang bis zu den vier Sterne Hotels, dann geht’s hinten durch nach le Pouliguen. Da gehen wir zuerst auf den Markt, um unser Mittagessen einzukaufen. Nachher geht’s weiter, alles er Küste entlang nach Batz-sur-Meer. Wir machen bei einer felsigen Bucht Halt und steigen hinunter. Da finden wir in den Felsen und Tümpeln einiges Getier, das die Flut zurück gelassen hat, z.B. Seesterne, Krabben…. Die Muscheln und Napfschnecken geben ein Geräusch von sich, das wie ein immerwährendes Summen tönt. Wir steigen wieder hoch, und es geht weiter in Richtung la Pointe du Croisic. Auch hier klettern wir in den Felsen herum, setzen uns auf die grossen Felsen und essen unser Mittagessen. Nachher geht’s weiter bis zum Océarium. Dem statten wir einen Besuch ab. Es ist faszinierend. Man kann auch unter den Haien durchlaufen. Nachher geht‘s weiter nach Le Croisic zum Hafen, wo viele ihr Glück beim Fischen versuchen. Die Weiterfahrt führt uns an den Rand der marais salants. Wir fahren etwas hinein und dann in Richtung le Pouliguen wieder hinaus. So kommen wir wieder zurück nach la Baule. Peter geniesst noch einen „Schwumm“ in Meer. Ich setze mich auf eine Bank und geniesse es einfach. Nachher geht’s zurück in unser Hotel zum Duschen. Für den Abend laufen wir die fünf km nach le Pouliguen. Dort findet ein bretonisches Fest statt. Wir essen und trinken sehr gut. Peter isst Moules à la crème mit frites und ich einen Salat. Dazu gibt’s wie immer in der Bretagne einen cidre. Nachher flanieren wir noch ein wenig, hören der Musik zu, schauen, wie im Kreis getanzt wird und laufen die fünf km zurück nach la Baule zum Schlafen.
Wir sind heute 39 km Velo gefahren, rund zweieinhalb auf dem Sattel gesessen und zweieinhalb Stunden zu Fuss unterwegs gewesen.

25. Juli: La Baule – Sainte-Marguerite – Pointe de Chémoulin – La Baule

Wir erwachen erst um 8 Uhr! Entsetzt stellen wir fest, dass es in der Nacht geregnet hat und es immer noch leicht regnet. Das Wetter bessert sich aber, und nach dem Frühstück hört es auf. Wir gehen ins Zentrum, auf den Flohmarkt. Spannend, was da alles verkauft wird: Möbel, die bei uns kein Brockenhaus nehmen würde, defekte Puppen, viel Silberbesteck, das nicht sehr billig ist, gewisses Porzellan, das bis 100 Euro kostet. Wir gehen zurück und kaufen auf dem Rückweg als Mittagessen, eine Melone und Birnen. Auf unserem Zimmer ziehen wir uns fürs Velofahren um. Wir fahren zum Hafen von Pornichet. Dort essen wir unsere Früchte und lassen die Flut auf uns wirken. Nachher geht’s weiter bis an das Stadtende von Pornichet. Jetzt beginnt gleich die Stadt St. Nazaire. Bei einem Park stellen wir unsere Velos ab. Wir gehen zu Fuss weiter. Wir wollen eine Côte-Wanderung machen. Nach kurzer Zeit landen wir auf der Plage Sainte-Marguerite. Wir „durchsanden“ sie und steigen wieder hoch. Es geht nun auf und ab, zum Teil müssen wir auf der Autostrasse wandern. Beim nächsten Strand nimmt Peter ein Bad. Das Meer ist sehr wild, die Flut kommt. Peter wird von einer Welle auf einen Felsen gedrückt und holt sich dabei einen rechten „Kräbel“ am Rücken. Das Wetter wird immer besser, sogar heiss, darum kann er sich an der Sonne trocknen lassen. Nachher geht‘s hoch zu einer Radarstation und vorbei an einem FKK-Strand: die armen weissen „Füdli“ und Busen!! Wir wandern bis zu dem Punkt, von dem wir auf die Plage de Monsieur Hulot sehen können. Da kehren wir um. An der Plage de Sainte-Marguerite gehen wir einen Apéro trinken. Mit den Velos fahren wir zum Hotel nach La Baule zurück.
Wir machen uns bereit für das Abendessen. Peter möchte heute einen Fisch essen. Zuerst gehen wir nochmals einen Apèro trinken. Dann machen wir uns auf die Suche nach einen Restaurant in unserem Quartier. Wir finden nur eines, dass Fisch anbietet. Das Essen ist recht, aber nichts Besonderes. Der Service lässt sehr zu wünschen übrig. Nach einem Kaffee gehen wir in unser Hotel zurück. Hier trinken wir noch ein Bier und ein Glas Wein und gehen dann schlafen.
Wir sind 15 km gefahren, eine dreiviertel Stunde im Sattel gesessen und 2 Stunden gewandert.

26. Juli: La Baule – Guérande – Piriac-sur-Mer – Guérande – La Baule
Am Morgen ist der Himmel wieder bedeckt, die Wetterprognose ist aber gut. Nach dem Frühstück machen wir uns aufs Velo. Schon bald muss ich den Pulli abziehen. Der Weg führt am Bahnhof (zwei km) vorbei, dann über die TGV-Geleise auf einen tollen Radweg. Im Nu sind wir in Guérande. Wir stellen unsere Velos bei der Kirche innerhalb der Mauern ab. Zu Fuss machen wir uns auf zu einer Stadtbesichtigung. Dabei kaufen wir die restlichen Geschenke ein. Weil es noch früh ist, hat es noch nicht so viele Touristen. Wir besuchen auch die Kirche. Ich stelle fest, dass heute die Patronin der Bretagne, Anna, die Mutter Marias gefeiert wird. In der Kirche ist auch das Grab der Anne de Bretagne, der Königin, die uns schon oft auch in Strassennamen begegnet ist. Ich zünde eine Kerze an.
Nachher geht’s weiternach Piriac-sur-Mer, diesmal aber mit Gegenwind. Es geht immer ein wenig auf und ab. Wir fahren auf Nebenstrassen oder auf separaten Velowegen. Die Landschaft ist sehr bäuerlich geprägt. Es hat Viehzucht, Getreide, Sonnenblumen und Gemüseanbau. Wir bewältigen die 16 km sehr schnell. In Piriac ist grosser Markt. Die Velos stellen wir auf einem Parkplatz ab. Zuerst schlendern wir durch den Markt. Es ist nicht ein Markt für die Touristen, sondern für die Einheimischen. So kommen wir bis zum Hafen, kehren wieder um und besichtigen die andere Seite. Wir kaufen Wassermelone, Aprikosen, Kirschen und was wohl Peter? Graue Crevetten!!
Wir haben Hunger. Wir gehen an den Strand, klettern auf die Felsen und essen. Es setzt gerade die Flut ein. Das Wasser ist weit draussen und auf den Felsen stinkt es nicht schlecht. Das Wasser steigt und steigt, Steininseln um Steininseln versinken in der Flut. Während des Essens besucht uns eine Krabbe. Nach dem Essen gehen wir ins Dorf zurück. Der Markt ist weggeräumt. Alle sind in den Restaurants am Essen. Ich glaube, hier ist heute Feiertag. Wir suchen eine Bar, um einen Kaffee zu trinken. Peter isst eine Glace dazu.
Nachher geht’s in Windeseile mit Rückenwind an Guérande vorbei nach La Baule zurück. Ginge es, aber Peter ist der Meinung, wenn wir über Pornichet fahren, wäre der Weg kürzer und besser! Aber, wie sich dann herausstellt, müssen wir auf den höchsten Hügel weit und breit hoch steissen. Der Weg führt dann auch zeitweise ganz in die falsche Richtung. Kreuz und quer geht es durch den Wald. Wir kommen dann auf der Strasse bei unserem Hotel vom Hügel herunter. Peter will noch schwimmen gehen. Ich habe genug für heute und bleibe in Hotel, um zu duschen und mich ein wenig zu entspannen. Schon bald kommt Peter wieder zurück. Er ist noch nicht geschwommen, weil er all seine Wertsachen bei sich hatte. Also nimmt er einen zweiten Anlauf, um schwimmen zu gehen. Diesmal geht er aber ohne Velo. Nachdem er zurück ist und auch geduscht hat, geht’s in den Ausgang. Wir marschieren die zwei km dem Meer entlang bis zur Fussgängerzone. Dort genehmigen wir uns zuerst einen Apéro. Peter nimmt einen Americano für 8 Euro. Nachher geht es zum Essen. Heute Gallette und Crêpe für Peter und einen Salat für mich. Um ins Hotel zu gehen, nehmen wir wieder den Strandweg. Heute ist Vollmond angesagt. Zuerst versteckt er sich noch hinter den Wolken. Dann zeigt er sich aber in seiner ganzen Grösse.
Wir sind 51 km gefahren und 2 Stunden 50 Minuten im Sattel gesessen.

27. Juli: La Baule – Brèca – Marais de grande Brière – Bréca – La Baule
Nach dem Frühstück fahren wir los. Es hat Nebel wie bei uns im Herbst. Teilweise regnet es leicht aus dem Nebel. Es ist nicht kalt, aber einen Pulli muss ich trotzdem tragen. Nach nur 11.85 km haben wir auf sehr guten Strassen Bréca erreicht. Der Weg wurde uns im Hotel vom Chef wie immer sehr kompetent erklärt. Wir stellen unsere Velos ab und mieten für 20 Euro ein Boot. Also ab in die Marais de grande Brière bevor die andern Touris kommen. Wir fahren auf den vorgeschriebenen Kanälen, bewundern die Pflanzen, beobachten Vögel und geniessen die Ruhe. Wir sehen Sterne, Möwen, Raubvögel, Grau- und Silberreiher, einen Löffler und kleine Tauchenten. Leider kommen wir den Tieren nicht sehr nahe, sie sind sehr scheu. Auf dem Wasser hat es sehr viele Wasserläufer. Als wir in La Baule los fuhren, hatte es ja Nebel. Nun öffnet sich der Himmel und er wird immer blauer. Es könnte heute ein heisser Tag werden. Als wir nach zwei Stunden das Boot abgeben, brennt die Sonne heiss vom Himmel. Wir erkunden noch etwas die Umgebung, essen unser Zmittag unter einem Baum und gehen einen Kaffee trinken. Auf dem gleichen Weg fahren wir wieder zurück nach La Baule.
Im Hotel ziehen wir unsere Badesachen an und gehen an den Strand. Diese Woche hat es viel mehr Menschen am Strand als die letzte Woche. Weil die Flut einsetzt, verschieben sich die Badenden immer weiter zur Mauer, und der Strand wird immer schmäler. Ich gehe auch etwas ins Wasser, so dass niemand sagen kann, meine Haut hätte den Ozean nie gespürt. So um 16.30 Uhr gehen wir ins Hotel zurück zum Duschen und etwas Ausruhen. Es ist ja unser letzter Abend in La Baule. Mit dem Velo fahren wir nach le Pouliguen zum Nachtessen. Peter möchte nochmals Moules a la crème essen. Zuerst genehmigen wir uns aber einen Cidre zum Apéro. Nachher gehen wir nochmals ins selbe Restaurant wie letztes Mal. Die Bedienung erkennt uns und freut sich. Wir geniessen den letzten Abend am Meer. Wir fahren zurück nach La Baule und trinken mit Blick aufs Meer nochmals ein Glas Wein. Der Abschied fällt uns schwer. Nachher geht’s ins Hotel für die letzte Nacht.
Wir sind rund 36 km gefahren und zweieinviertel Stunden im Sattel gesessen.


28. Juli: La Baule – Paris Montparnasse – Paris Gare de L`Est – Strassbourg – Basel – Sempach Neuenkirch

Auch die letzte Nacht schlafen wir sehr gut. Vor dem Frühstück packen wir unsere sieben Sachen. Siehe da, alles findet einen Platz. Nach dem Frühstück und dem Bezahlen holen wir unser Gepäck und schnallen alles aufs Velo und an den Rücken. Dann verabschieden wir uns vom Hotelier-Ehepaar, das uns die sechs Tage sehr toll beraten und betreut hat. Los geht’s noch einmal dem Meer entlang und dann in die Flanierstrasse. Sie ist eine Einbahnstrasse und wir befahren sie von der falschen Seite. Man muss sich einfach nicht erwischen lassen! Bei der Touristeninformation bewache ich die Velos und Peter macht den Verpflegungseinkauf. Nachher fahren wir zum Bahnhof. Schon bald fährt der TGV ein, und wir verstauen unsere Velos, binden sie fest und nehmen Platz. Über Nantes fahren wir nach Paris Montparnasse. Jetzt heisst es aussteigen, die Velos bepacken und durch Paris fahren. Wir haben uns den Weg auf dem Stadtplan angeschaut und die wichtigsten Punkte aufgeschrieben. So finden wir den Weg ausgezeichnet, nur einmal fahren wir etwas zu weit, merken es aber sofort. Der Vorteil beim Velofahren in Paris ist, dass man die Busspur benützen darf. Die Busse nehmen ganz toll Rücksicht, nur auf die Taxis muss man aufpassen. Die zweigen oft ohne Blinker ein und ab. Über Kreuzungen und die Ile de la Cité erreichen wir den Gare de l`Est. Wir sind viel zu früh da und sehen den TGV nach Zürich. Leider nimmt der keine Velos mit. So müssen wir eine Stunde warten. Nachher einsteigen, Velos verstauen, festbinden und Platz nehmen bis Strassburg. Hier müssen wir bei einem starken Gewitter umsteigen. Leider ist unser Abteil ganz hinten, so werden wir auch noch nass. Auf dem andern Geleise steht ein Zug nach Basel. Wir erkundigen uns, aber er nimmt auch keine Velos mit. Müssen wir wirklich wieder eine Stunde warten. Der nächste Zug kommt aus Belgien und fährt nach Basel. Siehe da, die belgischen Wagons haben Veloständer. So kommen wir etwas früher in Basel an. Mit dem Schnellzug fahren wir bis nach Sursee. Im Zug trifft Peter noch einen Semikollegen, Toni Meyer, der diesen Sommer pensioniert wurde. In Sursee steigen wir in die S 18 um. So kommen wir zwar müde, doch wohlbehalten um 21.27 Uhr in Sempach-Station an. Wir verstauen unsere Velos. Ausgepackt wird heute nicht mehr.
Wir sind rund 10 km mit dem Velo gefahren und 50 Minuten auf dem Sattel gesessen (Kreuzungen und Rotlichter in Paris)!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.